Selbstbewusstsein, Selbstwert, Selbstliebe, Selbstvertrauen

Selbstbewusstsein. Selbstwert, Selbstvertrauen

Wie kann ich das Selbstbewusstsein, den Selbstwert, die Selbstliebe und das Selbstvertrauen von mir und den Kindern stärken?

Ob wir ein gutes Selbstbewusstsein besitzen, unseren Selbstwert erkennen und uns selbst lieben so wie wir sind beginnt bereits in der Kindheit. Wenn wir nicht genügend ermutigt worden sind als Kind, wächst im Idealfall die Selbstliebe und das Selbstbewusstsein im Laufe der Zeit durch Reife und Erfahrungen. Obwohl wir für unsere Wirtschaft und im Leben Menschen mit Rückgrat und eigener Meinung brauchen, gelingt es uns nur schwer, uns selbst und die Kinder in ihrem Sein zu ermutigen und den Selbstwert zu stärken. Gemachte Fehler verurteilen wir oft, statt sie als Lücke zum Füllen zu betrachten.

Selbstwert und Selbstliebe als Voraussetzung für einen liebevollen Umgang mit Kindern

Ich habe erfahren, dass offene und sensitive Kinder, ohne dass es ihnen bewusst ist, auf unsere engen Mauern, Strukturen, Macht/Ohnmacht und unser Verhalten ihnen gegenüber sehr sensibel reagieren. Mit ihrem Verhalten zwingen sie uns, unseren Raum einzunehmen und unsere Verantwortung wahrzunehmen. Das heisst, wir Erwachsenen sind die Grossen und müssen klar aber liebevoll Grenzen setzen. Dazu müssen wir wissen, wo unsere Grenzen sind, was wir wollen und was nicht sowie unseren Wert erkennen. Wir müssen unsere Bedürfnisse kennen und gut für uns selbst Sorge tragen können, das heisst uns selbst lieben und wertschätzen.

Da Kinder zu 90 % durch Nachahmung lernen und wir ihnen nur 10 % beibringen können ist es wichtig, dass wir mit uns selbst liebevoll umgehen und uns selbst wertschätzen, stärken und ermutigen. Vielleicht sieht man im Aussen die Unsicherheit, Ungeduld oder Ablehnung beim Erwachsenen nicht, weil wir unsere Gefühle gut unterdrücken können. Ein sensibles Kind aber spürt sofort, wo eine Tür beim Erwachsenen offen ist oder Unsicherheit durch Macht kompensiert wird. Diese Kinder fordern uns heraus in die Liebe zu gehen und den Edelstein zu entdecken, welcher in ihnen steckt.

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Leider haben die meisten Erwachsenen auch nicht gelernt, wie man liebevoll und konstruktiv mit schwierigen Situationen oder Gefühlen umgehen kann. Selbstliebe und Selbstwert tragen längst nicht alle in sich. Vielleicht hast du als Kind gelernt an dir und deinem Ausdruck zu zweifeln aus Angst abgelehnt oder kritisiert zu werden. Mit der Zeit hast du dich immer mehr verschlossen und gut überlegt, ob das was du zu sagen hast auch richtig und wichtig ist. Ich zumindest habe als Kind gelernt, das zu tun was Erwachsene sagen oder Gefühle zu unterdrücken, welche Erwachsene nicht gerne gesehen haben, anstatt zu mir zu stehen. Wiederum Andere haben gelernt, sich dagegen aufzulehnen und ihre Gefühle ungehemmt auszuleben. Beides ist nicht ausgeglichen und fühlt sich nicht wirklich gut an.

Viele haben gelernt wie etwas zu sein hat und nicht wie sie es gerne machen würden und so zu sein wie sie sind. Die eigenen Bedürfnisse wurden unterdrückt. Und obwohl ich glaube, dass tief drin fast Jeder das Bedürfnis hat so zu sein wie er ist und so geliebt und angenommen werden möchte wie er ist, gelingt dies noch nicht allen Menschen, was ganz normal ist und auch ein Weg ist. Etwas was man einmal gelernt und verinnerlicht hat über viele Jahre, braucht oft Zeit, bis das Neue in Fleisch und Blut übergegangen und fühlbar ist. Ich kann deshalb alle verstehen, welche viel Geduld und Zeit brauchen um einen neuen, liebevollen, stärkenden und ermutigenden Umgang mit sich selbst und den Kindern leben zu können. Auch wenn ich manchmal das Gefühl habe, dass ich meinen Wert heute erkenne und für mich einstehen kann, gibt es Momente wo ich an mir zweifle und mein Selbstwert am Boden ist. Aber auch das darf sein und gehört zum Leben.

Wie gehst du mit dir um?

Sich selber so zu akzeptieren und zu lieben wie man ist, sich ermutigen statt entmutigen, liebevoll mit eigenen Fehlern umgehen, sie als Chance zum Lernen und Wachsen wahrzunehmen, braucht Zeit und Geduld. Vielleicht bist du dir gar nicht bewusst ob du dich im Inneren ermutigst, wertschätzt und dich sicher und geborgen fühlst. Ob du liebevoll mit deiner «Schattenseite» umgehst und nicht mit der «Sonnenseite» vergleichst und wertest. Kannst du ja sagen zu dir wenn du unruhig, unkonzentriert, wütend, uninteressiert, unachtsam, ängstlich oder tollpatschig bist? Verzeihst du dir deine Fehler problemlos und bleibst ruhig und gelassen oder führst du mit dir Selbstgespräche wie: wenn denn, hätte ich doch und wie blöd muss ich nur sein dass…? Darfst du unperfekt sein oder verlangst du von dir Perfektion? Erlaubst du dir zu sagen was du fühlst und deine Bedürfnisse einzubringen oder fällt es dir schwer?

Wie sind Kinder von Natur aus?

Kinder sind direkt und offen, stellen Fragen und sind gut in Themen die sie interessieren und meiden Dinge, welche für sie zur Zeit keinen Sinn machen. Kinder sind von Natur aus neugierig und möchten lernen. Sie lernen am motiviertesten, wenn sie sich wertgeschätzt und angenommen fühlen, gestärkt und ermutigt werden. Wir Erwachsenen funktionieren gar nicht so viel anders wie Kinder. Kinder dürfen von den Erwachsenen erwarten, dass sie unterstützt, gehalten, ermutigt und wertgeschätzt werden. Die Erwachsenen müssen sich das selbst schenken, ihren eigenen Wert erkennen und lernen sich selbst zu lieben so wie sie sind.

Spielen, entdecken und Spass haben

Wir können Kindern ein gutes Selbstwertgefühl mitgeben und sie in ihrer Selbstliebe unterstützen, indem wir mit uns selbst liebe- und verständnisvoll umgehen und uns als Ganzes wahrnehmen mit all unseren Fähigkeiten und Potentialen. Ja sagen zu allem was wir sind und uns Spielraum zum Lernen und Entwickeln einräumen. Wenn wir sie nicht auf ein Fach oder Verhalten reduzieren sondern den Edelstein in ihnen entdecken, welcher viel grösser glänzt als das was vielleicht aufs Erste betrachtet sichtbar ist. Hinter dem was nervt und stresst sind leuchtende, wissensbegierige Augen, welche entdecken, spielen und Spass haben möchten. Wir können Sicherheit schenken mit klaren Grenzen und Raum zum Entfalten und Entdecken. Unser Herz öffnen und ihnen das Gefühl geben, dass sie wertvoll und geliebt sind so wie sie sind. Dasselbe können wir uns selbst schenken, egal was Andere von uns halten.

Es gibt eine Lösung die Selbstliebe und das Selbstvertrauen von dir und deinen Kindern zu stärken

Es ist nie zu spät deinen Selbstwert zu erkennen, deiner Intuition zu vertrauen und dich so anzunehmen wie du bist und den Kindern mit einem offenen Herzen zu begegnen. Du kannst lernen, dir selber liebevoll zu begegnen, deine Bedürfnisse ernst nehmen, für dich einstehen und dich ermutigen dich auszudrücken, Fehler zu machen und daraus zu lernen ohne dich zu verurteilen. Beginne bei dir, liebe und wertschätze dich selbst und akzeptiere dich so wie du bist, dann reagierst du immer weniger auf Kritik und es fällt dir immer leichter im Umgang mit den Kindern und deinen Mitmenschen. Das Wichtigste was zählt ist, dass wir zu uns selbst ja sagen können, wir können es nie allen Recht machen. Selbstliebe, Selbstwert und Selbstvertrauen beginnt in deinem Inneren und wird als Spiegelbild im Aussen mehr und mehr sichtbar. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zu einer Gesellschaft die eine eigene Meinung hat, ein Rückgrat und Zivilcourage besitzt, ohne dabei Andere willentlich verändern zu wollen.

Wie gehst du mit dir und den Kindern um? Ermutigst oder entmutigst du? Erlaubst du Fehler zu machen und daran zu wachsen? Wertest oder bewertest du schnell oder bist du offen und wertfrei? Fällt es dir schwer einen liebevollen Umgang zu pflegen? Egal wie deine Antworten lauten, verurteile dich nicht und erlaube dir an den Herausforderungen zu wachsen.

Bildquelle: Pixabay

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