Beziehung statt Erziehung

Beziehung statt Erziehung – Kinder verstehen – Emotionen begleiten

Wenn Kinder uns herausfordern und wir daran wachsen

Wie wichtig für mich Beziehung statt Erziehung sein würde und wie Kinder herausfordern können, war mir in jungen Jahren und bis zur Geburt unserer Tochter nicht bewusst. Gerne lade ich dich ein kurz inne zu halten, ein paar tiefe Atemzüge ein- und auszuatmen. Erlaube deinen Muskeln zu schmelzen, weich durch die Nase zu atmen und dich von der Unterlage halten und tragen zu lassen.

Erinnerst du dich noch an den Moment, als deine Tochter oder dein Sohn das Licht der Welt erblickte? Wie dieser kleine Mensch schlummernd in deinen Armen lag? Dein Kind hat in diesem Moment seine aufregende Lebensgeschichte begonnen. Gleichzeitig durftest du eine neue Rolle übernehmen und von nun an als Mutter oder Vater den Weg deines Kindes begleiten.

Vielleicht hast du keine eigenen Kinder und bist Lehrkraft oder betreust Kinder und Jugendliche ein Stück auf ihrem Weg. Kinder zu begleiten, ihre Gefühle zu verstehen und sie in ihrer Entwicklung zu unterstützen, ist eine bereichernde und zugleich anspruchsvolle Aufgabe.

Das klingt wundervoll, nicht wahr? Doch vielleicht sieht es im Alltag häufig so aus:

… Obwohl deine Tochter oder dein Sohn dein ganzer Stolz ist, könntest du oft aus der Haut fahren.
… Du erlebst heftige Konflikte mit deinem Kind und erkennst das kleine, liebenswerte Wesen von damals kaum wieder.
… Du gerätst in einen Kreislauf aus Streit, Schimpfen, Strafen und immer mehr Distanz statt Verbundenheit.
… Du fühlst dich als Elternteil überfordert und hilflos und findest einfach keine Lösung.
… Du hast eine ganze Klasse und einzelne Kinder fordern dich emotional stark heraus.

Viele Eltern kennen diese Situationen. Sie fragen sich:
Wie kann ich mein Kind liebevoll begleiten, seine Gefühle verstehen und gleichzeitig klare Grenzen setzen?

Wenn starke Emotionen bei Kindern auf starke Gefühle bei Erwachsenen treffen

Eine Situation aus dem Alltag hat mich wieder daran erinnert, wie sehr wir durch Kinder herausgefordert und manchmal auch überfordert werden können. Gerne lade ich dich als Mama, Papa, Lehrkraft oder erwachsener Mensch – vielleicht auch als dein eigenes inneres Kind – zu einer kleinen Forschungsreise ein.

Unterwegs auf der Langlaufloipe nehme ich Kinderweinen wahr. Aus der Nähe erkenne ich eine Mutter mit ihrem Kind am Boden. Beide verzweifelt: Die Mutter verärgert, weil sie dem Kind nicht helfen kann und Angst hat, die Piste zu blockieren. Das Kind weinend und nicht in der Lage aufzustehen. Die Verzweiflung nimmt zu. Die Worte der Mutter und das Weinen des Kindes werden stärker. Mein Herz nimmt beide wahr – Mutter und Tochter – und empfindet Mitgefühl für beide Seiten. Das war aber nicht immer so, früher hätte ich die Mutter verurteilt.

Erlaube dir einen Moment innezuhalten und tief durchzuatmen. Welche Gedanken und Gefühle tauchen bei dir auf? Nimmst du Bewertungen, Schlussfolerungen oder Körperempfindungen, wie Enge oder Anspannung, wahr?

Nimm einfach wahr – wie ein Forscher sein Projekt erforscht.

Beziehung statt Erziehung – was Kinder uns wirklich spiegeln

Diese Szene erinnerte mich an meine eigene Kindheit und später an meine Zeit als Mutter. Wie oft waren meine Eltern mit sich selbst und mit mir überfordert. Bis unsere Tochter zur Welt kam, hatte ich mein Leben und meine Emotionen im „Griff“. Als Mama wiederholte sich meine Erfahrung – diesmal war ich die Erwachsene.

Ich fand damals keinen eigenen Halt in mir und keinen Zugang zu inneren Ressourcen, um in schwierigen Situationen ruhig zu bleiben und meine Emotionen bewusst zu regulieren, statt impulsiv zu reagieren. 

Viele Situationen mit unserer Tochter habe ich als enorm herausfordernd erlebt. Sie hat gespürt, wenn ich äusserlich ruhig war, aber innerlich hätte aus der Haut fahren können. Durch ihr Verhalten hat sie mir gezeigt, was ich zwar verstand, aber noch nicht wirklich integriert und verkörpert hatte. Ihr Verhalten hat mir meinen eigenen Schmerz aus der Kindheit aktiviert. Für mich war es notwendig bei mir selbst zuerst hinzuschauen, meinen Anteil zu mir zu nehmen und neue Wege zu gehen.

Was ist im Umgang mit Kindern hilfreich?

Weder Macht und Härte noch alles durchgehen lassen hat bei uns funktioniert, sondern ein fühlbarer, sicherer Raum des Gehaltenseins und liebevolle Klarheit. Das durfte ich zuerst lernen, mir selbst zu schenken. Ohne sie hätte ich mich vermutlich nie auf den Weg zu meiner wahren Essenz gemacht – zu mehr innerer Sicherheit, Klarheit und Selbstliebe.

Nichts an mir oder ihr war falsch oder brauchte eine Diagnose, uns fehlten zu Beginn die Ressourcen und ich wusste nicht, wie es anders hätte gehen können. Über sie durfte ich lernen, wie sich tiefe Beziehung, Verbundenheit und Freiheit natürlich anfühlt.

Kinder lernen vor allem durch Vorbilder und liebevolle Beziehung

Durch sie durfte ich lernen, mit meinen Gedanken, Gefühlen und Handlungen liebevoll und klar umzugehen und ihr immer mehr das Vorbild zu sein, das ich mir selbst als Kind gewünscht hätte. Kinder lernen nur zu einem kleinen Teil durch Worte. Eine gute Beziehung und Bindung ist für sie unterstützender wie Erziehung. Der grösste Teil ihres Lernens geschieht durch Nachahmung und durch uns als Vorbild.

Bei mir war es so, sobald ich meinen Anteil an herausfordernden Situationen mit ihr, zu mir zurückgeholt hatte, haben wir schnell ein liebevolles und klares Miteinander erlebt. 

Unsere Tochter war für mich durch ihre Lebendigkeit und unermüdliche, emotionale Durchsetzungskraft, die grösste Lehrmeisterin. Sie hat mir meine verletzten und unsicheren Anteile gezeigt, die ich früher gut verdrängen konnte. War es immer leicht? Ganz klar nein. War es eine Chance? Ganz klar ja.

Auch unsere Partnerschaft wurde dadurch sehr geprüft. Mich in all meinen Facetten zu erkennen war und ist ein Weg. Ich bin dankbar, dass wir an diesen Herausforderungen gemeinsam wachsen durften.

Warum Kinder oft unsere grössten Entwicklungshelfer sind

Dank meiner eigenen Erfahrungen empfinde ich heute tiefes Mitgefühl statt Verurteilung – für Eltern und Kinder. Oft brauchen wir eine Krise, eine Krankheit oder Konflikte mit unseren Kindern, die uns triggern, damit wir bereit sind zu reflektieren und uns für neue Wege zu öffnen. Kinder sind häufig grosse Entwicklungshelfer.

Das bedeutet nicht, dass Eltern oder Lehrkräfte Schuld am Verhalten der Kinder sind. Viele Eltern und Lehrkräfte geben jeden Tag ihr Bestes und möchten nur das Beste für das Kind. Viele haben nicht gelernt, wie wir mit uns selbst und Kindern liebevoll, ermutigend und klar umgehen können.

Schuldzuweisungen – uns selbst oder anderen gegenüber – bringen uns nicht weiter. Wichtiger ist, Verantwortung für unsere eigenen Gedanken, Gefühle und Handlungen zu übernehmen. Wir dürfen aus den Erfahrungen lernen und an den Herausforderungen wachsen. Es ist nie zu spät und es lohnt sich für neue Resultate, neue Wege zu gehen.

Liebevolle Grenzen und emotionale Sicherheit für Kinder

Für mich bedeutet bewusste Kinderbegleitung

  • dass wir als Erwachsene Verantwortung übernehmen und als Vorbild vorangehen
  • dass wir unsere eigenen Bedürfnisse kennen sowie die Bedürfnisse der Kinder wahrnehmen
  • viel Raum für die Neugierde
  • liebevolle und klare Grenzen für emotionale Sicherheit.

Gemeinsam mit den Kindern dürfen wir Erfahrungen machen, daraus lernen und neue Wege entdecken. Miteinander die Welt entdecken und Spass haben. Mit Humor geht so vieles leichter.

Viele unserer Überlebensstrategien aus der Kindheit dienen uns als Erwachsene nicht mehr. Stattdessen dürfen wir neue, liebevolle und klare Lebensstrategien entwickeln. Kinder lieben authentische Erwachsene. Sie spüren sehr genau, ob wir echt sind oder nur versuchen, etwas richtig zu machen.

Perfekt müssen wir nicht sein. Perfekt unperfekt genügt.

Die Bedürfnisse von Kindern verstehen

Kinder sind darauf angewiesen, dass ihre physischen und emotionalen Bedürfnisse – wie Liebe, Sicherheit, Zugehörigkeit und Anerkennung – durch Erwachsene Bezugspersonen erfüllt werden. Diesen Raum des liebevollen Gehaltenseins können Kinder sich selbst noch nicht geben.

Erst als Erwachsene sind wir in der Lage, uns selbst die Fürsorge zu schenken, die wir brauchen und eine liebevolle Beziehung zu uns selbst aufzubauen. Dies lernen wir oft erst später, weil uns die Vorbilder als Kind gefehlt haben.

Eine Einladung zur Selbstreflexion

Vielleicht magst du jetzt nochmals einen Moment innehalten, weich atmen und dich selbst liebevoll betrachten – frei von Bewertungen.

  • Welche Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen nimmst du jetzt wahr?
  • Spürst du vielleicht, dass es andere Möglichkeiten gibt, mit deinem Kind in Verbindung zu gehen statt in Konflikte zu geraten?
  • Vielleicht erkennst du auch dein eigenes inneres Kind – den Teil in dir, der in solchen Momenten selbst Halt, Trost und Liebe braucht.

Schenke dir selbst deine ganze Aufmerksamkeit. Sehe, höre und fühle alles was sich zeigt. Alles darf da sein, es gibt nichts was unwichtig oder zu gross wäre um nicht wahrgenommen werden zu dürfen. Erlaube dir zu sein mit dem was im Augenblick da ist. Du brauchst nichts tun oder lösen.

Wir alle geben zu jeder Zeit unser Bestes. Auch wenn es sich manchmal nicht ausreichend anfühlt.

Beziehung statt Erziehung – ein neuer Weg im Umgang mit Kindern

Es gibt Wege für einen liebevollen und klaren Umgang mit Kindern und mit uns selbst. Wenn wir beginnen, uns selbst besser zu verstehen, verändert sich oft auch die Beziehung zu unseren Kindern.

Vielleicht spürst du, dass es für dich Zeit ist,

  • deine wahre Natur zu entdecken.
  • alte Muster in der Kindererziehung zu hinterfragen.
  • mit deinen Gedanken, Gefühlen und Handlungen liebevoll umzugehen.
  • Kinder liebevoll und bewusst auf ihrem Weg zu begleiten.
  • eine liebevolle und klare Kommunikation zu pflegen.
  • oder Konflikte konstruktiv zu lösen.

Als erfahrene Mentorin und Wegbegleiterin unterstütze ich dich gerne dabei, deinen Alltag fühlbar zu verändern und deinen eigenen Weg zu gehen. Melde dich gerne bei mir für ein kostenloses Kennenlerngespräch, damit wir gemeinsam herausfinden, ob ich die passende Begleitung für dich bin.

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FAQ

Häufig gestellte Fragen

Hier findest du Antworten zu häufig gestellten Fragen. 

Wie kann ich starke Gefühle bei meinem Kind erkennen und verstehen?

Achte auf Körpersprache, Tonfall und Verhalten. Oft zeigen Kinder Gefühle, bevor sie die Situation benennen können. Durch achtsames Wahrnehmen, ihnen Raum geben und Nachfragen lernen Eltern, Emotionen und unstimmige Situationen bewusst zu erkennen und zu verstehen.

Was bedeutet „Beziehung statt Erziehung“ im Alltag mit Kindern?

Es geht darum, Verbindung und Vertrauen in den Vordergrund zu stellen, statt nur Regeln durchzusetzen. Gegenseitig unterschiedliche Bedürfnisse zu respektieren, liebevolle und klare Grenzen zu setzen und Konflikte konstruktiv zu lösen. Kinder lernen durch Nachahmung – wenn wir respektvoll, liebevoll und klar handeln, folgen sie dem Beispiel.

Wie setze ich liebevolle Grenzen, ohne mein Kind zu bestrafen - mehr Beziehung statt Erziehung?

Klare Grenzen können ruhig, klar und gleichzeitig liebevoll vermittelt werden. So fühlt das Kind sich gesehen und lernt gleichzeitig Regeln. Kinder spüren, wenn Erwachsene nicht klar sind in ihren Grenzen und testen, wie weit sie noch gehen können. Deshalb brauchen wir Erwachsenen zuerst selbst liebevolle und klare Grenzen.

Was hilft mir als Elternteil ruhig zu bleiben, wenn mein Kind wütend oder trotzig ist?

Tiefes Durchatmen, kurze Pausen, Bewegung in der Natur und innere Reflexion können helfen. Kinder lernen Emotionsregulation, indem sie beobachten, wie wir selbst damit umgehen. Indem wir ihnen einen liebevollen und klaren Raum des Gehaltenseins schenken und sie unterstützen. Oft dürfen wir lernen mit unseren eigenen Gedanken und Gefühlen liebevoll und klar umzugehen.

Warum spiegeln Kinder oft unsere eigenen Gefühle und Unsicherheiten wider?

Kinder nehmen mit ihren feinen Antennen alles wahr und sind sensible Spiegel für unsere Emotionen. Ihre Reaktionen zeigen oft, welche verletzten oder unbewussten Anteile wir selbst noch nicht integriert haben.

Wie kann ich mein Kind unterstützen, seine Emotionen zu regulieren?

Indem du Gefühle anerkennst, ihnen Raum gibst und Möglichkeiten anbietest: tiefes Atmen, bewegen, tanzen und Gefühle bejahen, da sein lassen. Gleichzeitig ist es hilfreich, eigene Emotionen bewusst wahrzunehmen, den Gefühlen Raum zu geben und zu reflektieren. Wenn es ruhig wird, können Lösungen gefunden werden, sofern notwendig.

Was hilft Eltern, wenn sie sich im Alltag mit ihren Kindern überfordert fühlen?

Erlaub dir Pausen, hole dir Unterstützung, reflektiere deine Gedanken, Überzeugungen, Gefühle und Handlungen. Respektiere deine eigenen Grenzen und kommuniziere sie liebevoll und klar. Verurteile dich nicht, du hast noch Potenzial zu lernen. Perfekt unperfekt genügt. Überforderung ist menschlich und zeigt, dass es Zeit ist uns für neue Wege zu öffnen und deinen ureigenen Weg zu gehen.

Wie kann ich mein eigenes inneres Kind erkennen und liebevoll integrieren?

Indem du alte Muster, Bedürfnisse, Grenzen und Verletzungen bewusst wahrnimmst und liebevoll annimmst. Bewusstes Atmen, Meditation, Bewegung, Journaling oder Gespräche können dabei helfen, Selbstfürsorge und Heilung zu fördern.

Warum ist es wichtig, als Eltern authentisch und ein Vorbild zu sein?

Kinder lernen den Grossteil ihres Verhaltens durch Nachahmung. Wahrhaftige, liebevolle und klare Erwachsene fördern soziale Fähigkeiten, Emotionsregulation und Empathie ohne Mitleiden.

Wie kann ich schwierige Situationen mit meinem Kind als Chance für Wachstum sehen?

Konflikte zeigen oft, welche inneren Anteile noch Aufmerksamkeit brauchen. Sie bieten die Chance, Selbstreflexion, Geduld und Achtsamkeit zu üben – für uns und für das Kind. Sie wecken uns auf und laden uns auf die Reise zu uns selbst ein, um unser Innerstes zum Strahlen zu bringen.

Wo kann ich mehr zu, Beziehung statt Erziehung - Kinder verstehen und Emotionen begleiten, erfahren?

Unter Erziehungsberatung findest du weitere Informationen zu den Angeboten und zum Thema Beziehung statt Erziehung – Kinder verstehen und Emotionen begleiten.

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