Kannst du dich entspannen?

Entspannen mit dürfen statt müssen

Alles wird zu viel. Fühlst du dich getrieben und rennst täglich hinter deiner Tätigkeitsliste her? Hast du das Gefühl immer zu müssen? Vielleicht hast du sogar ein Morgenritual, du musst dies oder jenes? Sogar meditieren, dich weiterentwickeln und entspannen musst du dich?

Überall sind wir am Optimieren und es gehört mittlerweile dazu, dass wir uns mit Persönlichkeitsentwicklung beschäftigen, Yoga machen, eine gute Mutter oder Vater sind und alles im Griff haben. Wenn wir versuchen uns überall zu optimieren, alles gut machen möchten, fühlen wir uns mit der Zeit überfordert und alles wird zu einem müssen.

Ein weiteres Gefängnis? Fühlen wir uns durch die vielen Möglichkeiten freier und sind wir glücklicher oder stecken wir im nächsten Gefängnis fest?

Wie du dich jederzeit durch bewusstes Atmen ins Hier und Jetzt bringst

Seidenreiher

Ich möchte dich einladen, dich gleich zu Beginn auf eine kleine Übung mit mir einzulassen. Bist du dabei?

Lehne dich zurück und atme zwei bis drei tiefe Atemzüge ein und aus. Dann erlaube dir, zu deinem ganz natürlichen Atemrhythmus zurückzukehren.

Erlaube deinem Atem und deinen Muskeln, weich zu werden. Lass dich halten und tragen von der Unterlage, auf der du sitzt, stehst oder liegst. Spüre den Halt. Spüre, wie du Atemzug für Atemzug tiefer in deinen Stuhl oder in den Boden hineinsinkst und sich dein Körper entspannt.

Nimm jetzt die Bewegung deines Atems, deine Gefühle und deine Körperempfindungen wahr. Das darf auf ganz unbeschwerte Weise geschehen. Erlaube deinen Gedanken, da zu sein und vorbeizuziehen wie Wolken am Himmel. Alles darf sein, ohne dass du dagegen zu kämpfen oder dich dafür anzustrengen brauchst. Einfach sein mit dem, was gerade ist. Es gibt nichts zu tun und nichts zu lösen.

Erlaube dir, zu spüren, wie es dir geht und wie es sich anfühlt, wenn alles da sein darf. Verweile hier, solange du möchtest, und kehre danach mit zwei bis drei tiefen Atemzügen wieder zurück.

5 Tipps bei Stress und Überforderung

Stress und Überforderung beginnt teilweise schon bei Kindern und Jugendlichen. Unzählige Erwachsene fühlen sich überfordert, gestresst und ausgelaugt. Alles wird zu viel, Probleme in der Schule, Beziehungen brechen auseinander, Probleme am Arbeitsplatz oder in der Familie, zu viele Termine und Tätigkeiten füllen den Terminkalender. Wir können uns auch mit der Freizeitgestaltung überfordern, weil die Pause dazwischen, die Ruhe, das Sein fehlt. Dann kann sich im Körper alles zusammenziehen, die Muskeln spannen sich an, alles beginnt zu kribbeln vor Unruhe und die Gedanken beginnen zu kreisen. Der Körper kann sich schwer, unwohl und krank anfühlen. Nichts mehr fliesst, alles wird schwierig und anstrengend. In diesen Situationen fällt es schwer zu entspannen, abzuschalten und sich fallen zu lassen. Kreisende Gedanken, Unruhe und Anspannung rauben den Schlaf und es kann daraus ein negativer Kreislauf bis zur Erschöpfung oder Burnout entstehen.