Kinder zeigen Gefühle

Hast du das Gefühl, dass du ein schwieriges Kind hast?

Empfindest du dein Kind als „schwierig“ oder hat es sogar eine Diagnose ADHS? Warst du selber ein schwieriges Kind? Egal in welchem Alter Kinder sind, sie sind dazu da zu entdecken, lernen und erfahren. Sogenannte «schwierige» Kinder haben enorm feine Sensoren. Ohne dass wir kommunizieren wie es uns geht, spüren sie ob wir ihr Tun und Handeln sowie ihre Gefühle annehmen oder ablehnen. Sie spüren, ob das Verhältnis zwischen Vater und Mutter liebevoll ist oder Spannungen da sind. Wir können uns noch so zusammen reissen und uns nichts anmerken lassen, die Kinder spüren, dass etwas nicht fliesst, eng oder ablehnend ist. Die einen Kinder reagieren mit Rückzug und die Anderen drücken ihr Unbehagen und ihre Gefühle wie Wut, Hass, Angst und Aggression aus. Aber beide Seiten zeigen auf, dass für sie etwas nicht stimmt und nicht authentisch ist. Oft drücken sie unsere unterdrückten Gefühle aus, die wir nicht wahrhaben wollen und bringen so unsere Gefühle an die Oberfläche. Wir werden selbst wütend, hilflos und verzweifelt. Das darf sein, wir müssen nicht perfekt sein.

Kinder spiegeln und decken auf

Sie spiegeln uns und decken auf, was da ist. Zu enge Sichtweisen sprengen sie auf und fordern uns auf, uns für die bedingungslose Liebe zu öffnen. Ja zu sagen zu allem was wir sind und vom Denken ins Fühlen zu kommen. Meistens erreichen wir sie nicht über den Verstand und Gespräche, sondern indem wir uns berühren lassen, authentisch und klar sind sowie lernen liebevoll mit unseren eigenen Gefühlen umzugehen. Ihnen ist es egal, was MAN tut, für sie muss es Sinn machen. Dies ist eine gute Gelegenheit selber zu überdenken, was wir gerne möchten und was wir nur aus gesellschaftlichen Verpflichtungen heraus machen. Das bedingt die Verantwortung für das zu übernehmen, was lebendige Kinder in uns auslösen.

Liebe, Geborgenheit und Zugehörigkeit

Es ist wichtig zu erkennen, dass Kinder von uns mit Liebe, Geborgenheit und Zugehörigkeit versorgt werden möchten. Liebe heisst, nicht an Bedingungen geknüpft, sondern geliebt werden durch ihr Sein. Geborgenheit heisst, dass sie sich bei uns sicher und geborgen fühlen, weil wir selbst uns sicher und geborgen fühlen und sie möchten dazu gehören. Je sensibler und feinfühliger ein Kind ist, umso heftiger reagiert es, wenn Teile davon fehlen. Weil viele von uns selbst als Kind nicht auf allen Ebenen genug genährt werden konnten, uns an die Gesellschaftsnormen anpassen mussten, sind sehr viele Eltern und Erziehungspersonen mit solchen Kindern überfordert. Wie wollen wir Erwachsenen diesen Kindern den Halt und die Liebe geben die sie brauchen würden, wenn wir es selbst in uns nicht finden können? Wenn wir uns selbst nicht bedingungslos lieben, enge Vorstellungen haben, alten Glaubensmustern glauben schenken und unsicher sind?

Da die Kinder von uns abhängig sind und keine Möglichkeit haben etwas zu ändern, ist es unsere Aufgabe, die Verantwortung für unsere Gefühle, Grenzen, Bedürfnisse und überholte Vorstellungen zu übernehmen. Hier geht es nicht darum der Vergangenheit oder sich selbst Schuld zuzuweisen, sondern zu erkennen, Mitgefühl mit uns zu haben und Verantwortung als Eltern zu übernehmen.

Es gibt kein schwieriges Kind

Den Satz: «Es gibt kein schwieriges Kind, nur schwierige Erwachsene,» hören wir vielleicht nicht so gerne. Es ist oft einfacher zu sagen: «Ich habe ein schwieriges Kind.» Auch für mich war es vor 15 Jahren nicht so einfach diese Tatsache zu erkennen. Meine Tochter hat auf all meine Gefühle die ich nicht wahrhaben wollte, meine Bedürfnisse die ich nicht wahrgenommen habe sowie Gedanken und Erwartungen stark reagiert. Ebenso hat sie mir gezeigt, wo ich keine klaren Grenzen setzen konnte und meinen Raum abgegeben habe. Diesen Raum hat sie sofort in Beschlag genommen. Manchmal konnte ich meine Gefühle noch lange gut im Griff haben, aber dank ihrer guten Ausdauer und Hartnäckigkeit ist es ihr gelungen, mich aus meinem Konzept zu bringen. Wenn es ein Schlupfloch gab bei mir, ist sie durchgeschlüpft. Für mich gab es nur zwei Möglichkeiten. Entweder ich suche nach einem neuen Weg oder ich gehe unter. Zum Glück war da in meinem Inneren eine Stimme, die mich aufgemuntert und zugeflüstert hat: «Es gibt einen leichten und liebevollen Weg. Du bist nicht schuld, hier geht es nicht um Schuld.“

Es gibt einen leichten und liebevollen Weg

Auch wenn es jetzt vielleicht so einfach klingt, es war nicht immer einfach und ich war oft verzweifelt. Trotzdem bin ich immer meiner Stimme gefolgt. Sie hat mir gesagt:

  • erlaube deinen heftigen Gefühlen zu sein und zu fliessen
  • übernimm die Verantwortung für deine Gefühle
  • nimm dich selbst an, so wie du bist
  • erlaube allen Gefühlen die in dir aufkommen da zu sein
  • schliesse Frieden mit deiner Vergangenheit
  • komme an im Hier und Jetzt so wie es die Kinder sind
  • übe Achtsamkeit
  • atme weich und komme an in deiner Mitte in der Stille
  • nimm deine Bedürfnisse und Grenzen wahr
  • setze klare und liebevolle Grenzen, dort wo sie bei dir beginnen, egal wo sie bei Anderen ist
  • gehe deinen ureigenen Weg, höre nicht auf die Anderen
  • es gibt kein «richtig» oder «falsch»
  • komme an in deiner Sicherheit und Geborgenheit
  • öffne dein Herz, werde weich und beginne zu fühlen
  • überdenke deine Glaubenssätze

Es lohnt sich

Heute weiss ich, dass meine Tochter meine beste Lehrmeisterin ist und mir geholfen hat, mein inneres Kind vom Säugling bis zum Teenager zu heilen und Verantwortung für meine verletzten Gefühle zu übernehmen. Sie hat mich gelernt zu vertrauen und meinen Weg zu gehen, für mich einzustehen und meinen Raum einzunehmen. Meine Schutzmauern durften fallen und mein wahres Sein kommt immer mehr zum Vorschein. Dank ihr fühle ich mich immer lebendiger und pflege einen liebevollen Umgang mit mir selbst. Sie hat mich zu mir selbst hingeführt. Sobald ich meinen Teil übernommen habe, Verantwortung für meine verletzten Gefühle übernehmen konnte, waren alle Schwierigkeiten weg. Das schöne ist, dass ich heute zurücklehnen kann und viel gelassener auf meinen Teenager zugehen kann. Ich weiss, alles was sich zeigt zwischen uns, ist eine Chance und ist sofort lösbar, sobald ich bereit bin mich auf meinen Teil einzulassen und Verantwortung zu übernehmen.

lebendiges Kind

Lebendiges statt schwieriges Kind

Aus eigenen Erfahrungen kann ich heute sagen, dass solche Kinder wunderbare, lebendige Kinder sind. Wenn wir bereit sind uns berühren zu lassen, unsere Verantwortung als Eltern oder Erziehungspersonen zu übernehmen, entdecken wir wunderbare Edelsteine, die uns mit leuchtenden Augen anstrahlen. Sie sind begeistert und haben viel Energie dort ihre Freude und Begeisterung fliesst. Sie laden uns ein authentisch zu sein, der Freude zu folgen und das Feuer für unsere eigenen Projekte zu entfachen. Die Veränderung beginnt bei uns selbst.

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Bild Tonfiguren: Grossfeld.net

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